Der Heilige des Tages · 31. August
Werktag
WochentagLiturgische Farbe : Grün
An einem sogenannten "Werktag" im liturgischen Kalender, wie dem heutigen Montag der 22. Woche im Jahreskreis, feiert die katholische Kirche keine spezielle Heilige oder besonderes Fest, sondern bezieht sich auf die gewöhnliche Zeit, auch "Tempus per annum" genannt. Diese "gewöhnliche Zeit" ist der längste Zeitabschnitt im Kirchenjahr und lädt die Gläubigen dazu ein, im Licht des Auferstandenen das alltägliche christliche Leben zu vertiefen. Während der Fest- und Heiligenzeiten richten sich unsere Gedanken auf herausragende Ereignisse aus dem Leben Christi, Maria und der Heiligen, doch an den Tagen der feria sind wir eingeladen, das Geheimnis Gottes mitten im Alltag zu leben. Die liturgischen Texte, vor allem die Lesungen und Gebete, führen uns durch die Evangelien und andere Schriften, damit wir die Lehre Jesu in unser tägliches Tun integrieren können.
So schenkt uns die Kirche in der einfachen Feier des ferialen Tages einen besonderen Raum der Stille und der Treue im Alltäglichen. Es ist eine Einladung, die scheinbar „gewöhnlichen“ Momente mit Gottes Gegenwart zu füllen und zu erkennen, dass auch unscheinbare Tage im Glauben fruchten können. In der liturgischen Farbe Grün drückt sich Hoffnung und beständiges Wachstum auf unserem Lebensweg aus, fernab von äußeren Höhepunkten, erfüllt vom Wirken des Heiligen Geistes.
Eine Frage zum Fest des Tages stellen
Regionale Besonderheiten
- Belgien — Selige Jungfrau Maria, Mittlerin
Der liturgische Tag
Lesungen der Messe
„Unter euch wollte ich nichts wissen außer Jesus Christus, und zwar als den Gekreuzigten“ — 1 Co 2, 1-5
Brüder,
als ich zu euch kam,
bin ich nicht gekommen, um euch das Geheimnis Gottes
mit hoher Rede oder Weisheit zu verkünden.
Unter euch wollte ich nichts wissen
als Jesus Christus, und zwar als den Gekreuzigten.
Und ich trat in Schwachheit,
furchtsam und zitternd vor euch auf.
Meine Rede und meine Verkündigung des Evangeliums
beruhten nicht auf der Überredungskraft
menschlicher Weisheit,
sondern auf dem Erweis von Geist und Kraft,
damit euer Glaube nicht auf menschlicher Weisheit beruhe,
sondern auf der Kraft Gottes.
– Wort des Herrn.
Ps 118 (119), 97-98, 99-100, 101-102
Wie sehr liebe ich dein Gesetz!
den ganzen Tag sinne ich darüber nach!
Ich bin meinen Feinden an Klugheit überlegen,
denn deine Gebote sind mein ständiger Besitz.
Ich bin allen meinen Lehrern an Weisheit voraus,
weil ich über deine Forderungen nachsinne.
Ich bin den Alten an Einsicht überlegen,
weil ich deine Vorschriften beachte.
Von den Wegen des Bösen halte ich meine Füße fern,
um dein Wort zu bewahren.
Von deinen Entscheidungen will ich nicht abweichen,
denn du selbst belehrst mich.
„Er hat mich gesandt, den Armen die Frohe Botschaft zu bringen. Kein Prophet wird in seiner Heimat anerkannt“ — Lc 4, 16-30
In jener Zeit
kam Jesus nach Nazareth, wo er aufgewachsen war.
Wie es seine Gewohnheit war,
ging er am Sabbat in die Synagoge,
und er stand auf, um vorzulesen.
Man reichte ihm das Buch des Propheten Jesaja.
Er schlug das Buch auf und fand die Stelle, wo geschrieben steht:
Der Geist des Herrn ruht auf mir,
weil er mich gesalbt hat.
Er hat mich gesandt, den Armen die Frohe Botschaft zu bringen,
den Gefangenen die Freilassung zu verkünden
und den Blinden das Augenlicht wiederzugeben,
die Zerschlagenen in Freiheit zu setzen,
ein Gnadenjahr des Herrn auszurufen.
Dann schloss Jesus das Buch, gab es dem Diener zurück und setzte sich.
Alle in der Synagoge blickten gespannt auf ihn.
Da begann er, ihnen zu sagen:
„Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt.“
Alle stimmten ihm zu
und staunten über die Worte der Gnade, die aus seinem Mund kamen.
Sie sagten:
„Ist das nicht der Sohn Josefs?“
Da sagte er zu ihnen:
„Sicher werdet ihr mir das Sprichwort vorhalten:
‚Arzt, heile dich selbst!‘
Und ihr werdet sagen:
‚Was wir in Kafarnaum geschehen hörten,
das vollbringe auch hier in deiner Heimat!‘“
Dann fügte er hinzu:
„Amen, ich sage euch:
Kein Prophet wird in seiner Heimat anerkannt.
Wahrhaftig, ich sage euch:
Zur Zeit des Propheten Elija,
als der Himmel dreieinhalb Jahre verschlossen blieb
und eine große Hungersnot über das ganze Land kam,
gab es viele Witwen in Israel;
doch Elija wurde zu keiner von ihnen gesandt,
sondern nur zu einer Witwe in Sarepta, im Gebiet von Sidon.
Und zur Zeit des Propheten Elischa
gab es viele Aussätzige in Israel;
aber keiner von ihnen wurde geheilt,
sondern nur Naaman, der Syrer.“
Als sie das hörten, wurden in der Synagoge alle von Zorn erfüllt.
Sie sprangen auf,
trieben Jesus zur Stadt hinaus
und führten ihn bis zu einem Abhang
der Anhöhe, auf der ihre Stadt erbaut war,
um ihn hinabzustürzen.
Er aber schritt mitten durch sie hindurch
und ging seinen Weg.
– Evangelium unseres Herrn Jesus Christus.
Liturgische Texte: © AELF — aelf.org