Der Heilige des Tages · 16. August
20. Sonntag im Jahreskreis
20ème dimanche du Temps Ordinaire (semaine IV du Psautier)
Liturgische Farbe : Grün
Am 20. Sonntag im Jahreskreis lädt die Kirche dazu ein, das Wirken Gottes in der ganzen Welt zu betrachten. Die biblischen Lesungen thematisieren oft die Weite des Heilswillens Gottes, der alle Menschen zur Gemeinschaft mit sich ruft, unabhängig von Nation, Herkunft oder Tradition. Besonders in den Evangelien dieses Sonntags begegnet uns Jesus, der sich der Not auch derer annimmt, die als „Außenstehende“ galten, wie beispielsweise die kanaanäische Frau. Diese Begegnungen zeigen, dass Gottes Barmherzigkeit keine engen Grenzen kennt und dass Glaube, Demut und beharrliches Vertrauen Türen öffnen können.
Die liturgische Farbe Grün symbolisiert das Wachstum und die Hoffnung im Alltag des christlichen Lebens. Dieser Sonntag ermutigt die Gläubigen, offen zu sein für Gottes Wirken in unerwarteten Begegnungen und sie ruft dazu auf, niemanden aus der Gemeinschaft auszuschließen. In der Feier der Eucharistie erfährt die Kirche ihre geistliche Einheit, die alle Unterschiede überwindet. Indem die Gläubigen am sonntäglichen Gottesdienst teilnehmen, erneuern sie ihre Hoffnung und ihre Verpflichtung, Gottes Liebe in der Welt zu bezeugen.
Der 20. Sonntag im Jahreskreis steht also für die Universalität der Kirche und die Herausforderung, Gottes Liebe ohne Vorbehalte weiterzugeben. So bleibt der Sonntag auch im Alltag ein ganz besonderer Moment der Begegnung mit Gott und der Gemeinschaft.
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Der liturgische Tag
Lesungen der Messe
« Die Fremden werde ich zu meinem heiligen Berg führen » — Is 56, 1.6-7
So spricht der Herr:
Bewahrt das Recht,
übt Gerechtigkeit,
denn mein Heil ist nahe, es kommt,
und meine Gerechtigkeit wird sich offenbaren.
Die Fremden, die sich dem Herrn angeschlossen haben,
um ihm zu dienen, um seinen Namen zu lieben,
um seine Diener zu werden,
alle, die den Sabbat halten, ohne ihn zu entweihen,
und an meinem Bund festhalten,
sie werde ich zu meinem heiligen Berg führen,
und sie erfreuen in meinem Haus des Gebets,
ihre Brandopfer und Schlachtopfer
werden auf meinem Altar angenommen werden,
denn mein Haus wird genannt werden
„Haus des Gebets für alle Völker.“
– Wort des Herrn.
Ps 66 (67), 2-3, 5, 7-8
Gott erbarme sich unser und segne uns,
lasse sein Angesicht über uns leuchten;
damit auf Erden dein Weg erkannt wird,
dein Heil unter allen Völkern.
Die Völker sollen sich freuen und jubeln,
denn du richtest die Welt gerecht;
du leitest die Völker auf Erden,
du führst die Nationen auf dem Weg.
Die Erde gab ihre Frucht;
Gott, unser Gott, segnet uns.
Gott segne uns,
und alle Welt fürchte ihn!
« Was die Israeliten betrifft, sind die Gnadengaben Gottes und seine Berufung unwiderruflich » — Rm 11, 13-15.29-32
Brüder,
ich sage es euch, die ihr aus den Heiden stammt:
soweit ich selbst Apostel der Heiden bin,
ehre ich meinen Dienst,
in der Hoffnung, meine Brüder nach dem Fleisch eifersüchtig zu machen,
und einige von ihnen zu retten.
Denn wenn die Welt mit Gott versöhnt wurde,
als sie [die Juden] zurückgewiesen wurden,
was wird geschehen, wenn sie wieder angenommen werden?
Es wird Leben sein für die, die tot waren!
Die Gnadengaben und die Berufung Gottes sind unwiderruflich.
Denn einst habt ihr Gott nicht geglaubt,
jetzt aber – aufgrund ihres Unglaubens –
habt ihr Erbarmen gefunden;
so sind nun auch sie im Unglauben,
damit sie durch das Erbarmen, das euch geschenkt wurde,
auch Erbarmen finden.
Denn Gott hat alle dem Unglauben ausgeliefert,
dum an allen Erbarmen zu haben.
– Wort des Herrn.
« Frau, groß ist dein Glaube! » — Mt 15, 21-28
In jener Zeit
verließ Jesus Gennesaret
und zog sich in das Gebiet von Tyrus und Sidon zurück.
Da kam eine kanaanäische Frau aus jener Gegend und rief laut:
„Hab Erbarmen mit mir, Herr, Sohn Davids!
Meine Tochter wird von einem Dämon schlimm gequält.“
Er aber erwiderte ihr kein Wort.
Da traten seine Jünger zu ihm und baten ihn:
„Schick sie weg,
denn sie schreit hinter uns her!“
Jesus antwortete:
„Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel.“
Aber sie kam, fiel vor ihm nieder und sagte:
„Herr, hilf mir!“
Er erwiderte:
„Es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen
und es den kleinen Hunden hinzuwerfen.“
Sie entgegnete:
„Ja, Herr;
aber gerade die kleinen Hunde essen von den Brotkrumen,
die vom Tisch ihrer Herren fallen.“
Da antwortete Jesus:
„Frau, groß ist dein Glaube,
dir geschehe, wie du willst!“
Und von dieser Stunde an war ihre Tochter geheilt.
– Evangelium unseres Herrn Jesus Christus.
Liturgische Texte: © AELF — aelf.org