Der Heilige des Tages · 22. August
Maria Königin
GedenktagSamstag, 20. Woche im Jahreskreis
Liturgische Farbe : Weiß
Das Fest „Maria Königin“ wird in der katholischen Kirche am 22. August gefeiert und lädt Gläubige dazu ein, über Maria nicht nur als Gottesmutter, sondern auch als Königin des Himmels und der Erde nachzudenken. Dies bedeutet jedoch – entsprechend der gesamten christlichen Botschaft – keine irdische Herrschaft oder Macht, sondern einen Dienst in Demut, Liebe und Hingabe. Die Wurzeln dieses Festes liegen tief in der Tradition der Kirche: Schon die Kirchenväter betrachteten Maria als die erhabene Frau an der Seite Christi, des Königs. Die offizielle Einführung des Festes erfolgte 1954 durch Papst Pius XII., der damit den Glauben an die besondere Stellung Marias hervorheben wollte.
Das Königtum Marias steht in engem Zusammenhang mit ihrer Rolle als Mutter Jesu: Sie wurde durch ihr Ja-Wort zur Mutter des Erlösers und erhielt dadurch Anteil an der Heilsgeschichte. In der Kunst wird Maria oft mit einer Krone dargestellt, als Zeichen ihrer himmlischen Würde, doch ihr Königtum bedeutet vor allem ihre Fürsorge und ihre Vermittlerrolle für die Gläubigen. Der Festtag ermutigt Christen, Marias Vorbild der Hingabe und der Bereitschaft zum Dienst nachzuahmen. Er ist auch ein Zeichen der Hoffnung, dass wir durch die Fürsprache Mariens Christus, den König, besser verstehen und lieben lernen.
Eine Frage zum Fest des Tages stellen
Der liturgische Tag
Lesungen der Messe
„Die Herrlichkeit des Herrn zog in das Haus ein“ — Ez 43, 1-7a
Der Mann führte mich zum Tor,
zu dem, das nach Osten schaut;
und siehe, die Herrlichkeit des Gottes Israels
kam vom Osten her.
Das Geräusch, das sie machte,
glich dem Brausen großer Wasser,
und die Erde leuchtete von seiner Herrlichkeit.
Diese Vision ähnelte der, die ich gesehen hatte,
als der Herr gekommen war, um die Stadt zu zerstören;
sie glich auch der Vision, die ich hatte,
als ich am Fluss Kebar war.
Da fiel ich auf mein Gesicht nieder.
Die Herrlichkeit des Herrn zog in das Haus ein
durch das Tor, das nach Osten schaut.
Der Geist hob mich empor
und brachte mich in den inneren Vorhof:
siehe, die Herrlichkeit des Herrn erfüllte das Haus.
Und ich hörte eine Stimme, die aus dem Haus kam,
während der Mann an meiner Seite stand.
Diese Stimme sprach zu mir:
„Menschensohn, dies ist der Ort meines Thrones,
der Ort, an dem ich meine Füße setze,
und hier werde ich mitten unter den Söhnen Israels wohnen, für immer.“
– Wort des Herrn.
Ps 84 (85), 9ab-10, 11-12, 13-14
Ich will hören, was Gott, der Herr, spricht:
Sein Wort ist Frieden für sein Volk und seine Frommen.
Sein Heil ist denen nahe, die ihn fürchten,
und seine Herrlichkeit wohnt in unserem Land.
Liebe und Wahrheit begegnen sich,
Gerechtigkeit und Friede küssen sich;
Die Wahrheit sprosst aus der Erde hervor,
und Gerechtigkeit schaut vom Himmel herab.
Der Herr spendet Segen,
und unser Land gibt seinen Ertrag.
Gerechtigkeit geht vor ihm her,
und seine Schritte bahnen den Weg.
„Sie reden, aber handeln nicht“ — Mt 23, 1-12
In jener Zeit
wandte sich Jesus an die Volksmenge und an seine Jünger
und sprach:
„Die Schriftgelehrten und die Pharisäer
sitzen auf dem Stuhl des Mose.
Alles also, was sie euch sagen,
tut und haltet;
aber handelt nicht nach ihren Werken,
denn sie reden und tun es nicht.
Sie schnüren schwere Bürden und legen sie den Menschen auf die Schultern,
selbst aber wollen sie keinen Finger dafür krümmen.
Alle ihre Werke tun sie nur, um von den Menschen gesehen zu werden:
sie machen ihre Gebetsriemen breit
und die Quasten lang;
sie lieben die Ehrenplätze bei den Gastmählern,
die Ehrensitze in den Synagogen
und die Begrüßungen auf den Marktplätzen;
sie lassen sich von den Leuten Rabbi nennen.
Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen,
denn nur einer ist euer Meister,
und ihr seid alle Brüder.
Nennt niemanden auf der Erde euren Vater,
denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel.
Lasst euch auch nicht Lehrer nennen,
denn nur einer ist euer Lehrer, der Christus.
Der Größte unter euch soll euer Diener sein.
Wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden,
wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.“
– Evangelium unseres Herrn Jesus Christus.
Liturgische Texte: © AELF — aelf.org