29. November
1. Adventssonntag
Lesejahr B
Der Erste Adventssonntag markiert den feierlichen Beginn des neuen Kirchenjahres und leitet die Adventszeit ein, in der die Gläubigen sich auf das Kommen Christi vorbereiten. Historisch entwickelte sich der Advent als eigenständige liturgische Zeit bereits im 4. und 5. Jahrhundert, mit einer unterschiedlichen Länge und unterschiedlichen Bräuchen in Ost und West. Heute umfasst der Advent vier Sonntage vor Weihnachten und ist geprägt von Erwartung, Hoffnung und Besinnung.
Spirituell erinnert dieser Tag die Christen daran, wachsam und bereit zu sein: nicht nur zur Feier der Geburt Jesu vor über 2000 Jahren, sondern auch in Erwartung seiner Wiederkunft am Ende der Zeiten. Die Kirche ruft dazu auf, innezuhalten, zu beten und Herz sowie Leben für Christus zu bereiten. Die liturgischen Lesungen sprechen oft von Licht, Hoffnung und der Verheißung des kommenden Messias. Der Adventskranz mit seiner ersten entzündeten Kerze ist für viele Familien ein sichtbares Symbol dieses beginnenden Lichtes und der wachsenden Vorfreude.
Die Kirche hält den Ersten Adventssonntag als bedeutsames Fest, um die Gläubigen regelmäßig neu auf das Heilsgeschehen auszurichten und ihnen die Gelegenheit zu einem geistlichen Neubeginn zu geben. Die violette liturgische Farbe deutet dabei auf Umkehr und Erwartung hin, nicht auf Trauer, sondern auf die freudige Hoffnung, die uns Christus schenkt.
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Fragen zu 1. Adventssonntag (Novus Ordo Missae)
Der liturgische Tag
Lesungen der Messe
Erste LesungIs 63, 16b-17.19b ; 64, 2b-7
Du, Herr, bist unser Vater;
„Unser-Erlöser-von-Anbeginn“, so ist dein Name.
Warum, Herr, lässt du uns fernirren
von deinen Wegen?
Warum lässt du unsere Herzen verhärten,
dich nicht mehr zu fürchten?
Kehre zurück um deiner Knechte willen,
der Stämme deines Erbes.
Ach! Wenn du doch den Himmel zerrissest und herabstiegest,
die Berge würden vor deinem Angesicht beben.
Siehe, du bist herabgestiegen:
die Berge bebten vor deinem Angesicht.
Nie hat man gehört,
nie hat jemand davon berichtet,
kein Auge hat je einen Gott außer dir gesehen,
der so für die handelt, die auf ihn hoffen.
Du gehst dem entgegen,
der mit Freude Gerechtigkeit übt,
der deiner gedenkt,
indem er deine Wege geht.
Du warst zornig, doch wir haben weiter gesündigt,
und wir sind in die Irre gegangen.
Alle waren wir wie Unreine,
und all unsere gerechten Taten wie beschmutzte Kleider.
Wir alle verwelkten wie Blätter,
und unsere Verfehlungen trugen uns davon wie der Wind.
Niemand ruft mehr deinen Namen an,
niemand wacht auf, um sich auf dich zu stützen.
Denn du hast dein Angesicht vor uns verborgen,
du hast uns der Macht unserer Schuld überlassen.
Doch nun, Herr, bist du unser Vater.
Wir sind der Ton, du bist unser Former:
wir alle sind das Werk deiner Hände.
– Wort des Herrn.
Psalm79 (80), 2ac.3bc, 15-16a, 18-19
Hirte Israels, höre,
erscheine, du thronst über den Kerubim!
Erwecke deine Kraft
und komm uns zu Hilfe.
Gott der Heerscharen, kehre zurück!
Blicke vom Himmel herab und sieh:
besuche diesen Weinstock, beschütze ihn,
den deine mächtige Hand gepflanzt hat.
Deine Hand schütze deinen Erwählten,
den Menschensohn, dem du Kraft gegeben hast.
Nie mehr wollen wir von dir weichen:
lass uns leben und deinen Namen anrufen!
Zweite Lesung1 Co 1, 3-9
Brüder und Schwestern,
euch Gnade und Friede
von Gott, unserem Vater,
und dem Herrn Jesus Christus.
Ständig danke ich meinem Gott euretwegen,
für die Gnade, die euch in Christus Jesus geschenkt wurde;
denn in ihm seid ihr in allem reich geworden,
in allem Wort
und aller Gotteserkenntnis.
Denn das Zeugnis für Christus
ist fest bei euch verankert.
So fehlt es euch an keiner Gnadengabe,
euch, die ihr wartet,
dass sich unser Herr Jesus Christus offenbart.
Er wird euch fest bewahren bis ans Ende,
und ihr werdet untadelig sein
am Tag unseres Herrn Jesus Christus.
Denn Gott ist treu,
der euch berufen hat zur Gemeinschaft
mit seinem Sohn Jesus Christus, unserem Herrn.
– Wort des Herrn.
EvangeliumMc 13, 33-37
In jener Zeit
sprach Jesus zu seinen Jüngern:
„Seid auf der Hut, bleibt wachsam!
Denn ihr wisst nicht,
wann der Zeitpunkt da ist.
Es ist wie bei einem Mann, der verreist:
beim Verlassen seines Hauses
hat er seinen Knechten Vollmacht gegeben,
jedem seine Aufgabe zugeteilt
und dem Türhüter befohlen, wachsam zu sein.
Seid also wachsam,
denn ihr wisst nicht,
wann der Herr des Hauses kommt,
am Abend oder um Mitternacht,
beim Hahnenschrei oder am Morgen;
damit er euch, wenn er plötzlich kommt,
nicht schlafend findet.
Was ich aber euch sage, das sage ich allen:
Seid wachsam!“
– Wort des lebendigen Gottes.
Liturgische Texte: © AELF — aelf.org