Der Heilige des Tages · 3. Juli
Hl. Thomas, Apostel
Liturgische Farbe : Rot
Der heilige Apostel Thomas ist vielen Christen besonders durch seine Rolle als "der Zweifler" bekannt. Nach dem Johannesevangelium wollte Thomas sich erst von der Auferstehung Jesu überzeugen, als er selbst die Wundmale berühren durfte. Erst als er dies erlebte, bekannte er: "Mein Herr und mein Gott!" Dieses Zeugnis des Glaubens wurde zu einem bestärkenden Zeichen für alle, die im Glauben manchmal Zweifel erleben. Thomas steht also nicht nur für Zweifel, sondern auch für den Weg hin zu einer reifen, persönlichen Glaubensentscheidung.
Historische Quellen zur weiteren Lebensgeschichte des Thomas sind spärlich und zum Teil von Legenden geprägt. In der Überlieferung wird berichtet, dass Thomas bis nach Indien reiste, um dort das Evangelium zu verkünden. Bis heute verehren ihn viele Christen in Südindien als ihren Glaubensboten, und die "Thomaschristen" berufen sich auf seine Missionstätigkeit. Seine Bereitschaft, den auferstandenen Christus zu bekennen und für den Glauben weite, unbekannte Wege aufzunehmen, macht ihn zum Vorbild für Mission und Glaubenskraft.
Die Kirche feiert den heiligen Thomas, weil er mit seinen Fragen und seinem späteren Bekenntnis wesentlich dazu beiträgt, den Glauben an den auferstandenen Herrn zu bezeugen. Seine Feier ist aber auch eine Einladung, ehrlich mit eigenen Fragen umzugehen und so zur Tiefe und Freude des Glaubens zu finden.
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Der liturgische Tag
Lesungen der Messe
« Integriert in den Bau, der auf dem Fundament der Apostel steht » — Ep 2, 19-22
Brüder,
ihr seid nicht mehr Fremde oder Gäste,
sondern Mitbürger der Heiligen
und Hausgenossen Gottes,
denn ihr seid eingefügt in das Gebäude,
das auf dem Fundament der Apostel und Propheten steht;
und der Schlussstein ist Christus Jesus selbst.
Durch ihn wächst der ganze Bau zusammen
zu einem heiligen Tempel im Herrn.
Durch ihn werdet auch ihr zu einem Bau
mit eingefügt, zu einer Wohnung Gottes im Heiligen Geist.
- Wort des Herrn.
Ps 116, 1, 2
Lobt den Herrn, alle Völker;
preist ihn, alle Nationen!
Seine Liebe zu uns ist mächtig;
ewig währt die Treue des Herrn!
« Mein Herr und mein Gott! » — Jn 20, 24-29
Einer der Zwölf, Thomas
(dessen Name Zwilling bedeutet),
war nicht bei ihnen,
als Jesus gekommen war.
Die anderen Jünger sagten zu ihm:
„Wir haben den Herrn gesehen!“
Er entgegnete ihnen:
„Wenn ich nicht an seinen Händen das Mal der Nägel sehe,
wenn ich meinen Finger nicht in das Mal der Nägel lege
und meine Hand nicht in seine Seite lege,
glaube ich nicht!“
Acht Tage darauf
waren die Jünger wieder im Haus versammelt,
und Thomas war dabei.
Jesus kam,
obwohl die Türen verschlossen waren,
und trat in ihre Mitte.
Er sagte:
„Friede sei mit euch!“
Dann sagte er zu Thomas:
„Streck deinen Finger aus, hier sind meine Hände;
streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite;
sei nicht ungläubig,
sondern gläubig!“
Da sagte Thomas zu ihm:
„Mein Herr und mein Gott!“
Jesus erwiderte ihm:
„Weil du mich gesehen hast, glaubst du.
Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.“
- Evangelium unseres Herrn Jesus Christus.
Liturgische Texte: © AELF — aelf.org