Der Heilige des Tages · 10. Juli
ferialer Tag
Liturgische Farbe : Grün
An einem sogenannten "ferialen" Tag – wie diesem Freitag der 14. Woche im Jahreskreis – feiert die Kirche keinen besonderen Heiligen oder ein besonderes Fest, sondern richtet ihren Blick ganz auf die alltägliche Feier der Eucharistie. Die Lesungen des Tages stammen fortlaufend aus der Bibel und erzählen in dieser Zeit häufig vom Leben Jesu oder der frühen Kirche. Die Liturgie ist an solchen Tagen geprägt von der schlichten Schönheit des Alltäglichen: Die grüne liturgische Farbe steht dabei für Hoffnung und Wachstum im Glauben. Ferialtage laden ein, die gewöhnliche Zeit bewusst als Raum der Heiligung und persönlichen Begegnung mit Gott zu erleben. Sie erinnern uns daran, dass auch im scheinbar unspektakulären Alltag Gottes Gnade wirksam ist und uns beständig verwandelt. Gerade diese Tage geben Christen die Gelegenheit, im Rhythmus des Kirchenjahres stets neu aus dem Evangelium zu leben und ihren Glauben im Alltag zu nähren. Die Feier der Eucharistie an einem ferialen Tag ist weniger feierlich, bietet aber Raum für Stille, Gebet und persönliches Wachstum. Die Kirche gedenkt so der alltäglichen Treue Gottes und ermutigt die Gläubigen, auch im täglichen Leben wachsam und offen für das Wirken des Heiligen Geistes zu bleiben.
Eine Frage zum Fest des Tages stellen
Regionale Besonderheiten
- Afrika — Hl. Marciana, Jungfrau und Märtyrin
Der liturgische Tag
Lesungen der Messe
« Wir werden nicht mehr zu dem Werk unserer Hände sagen: 'Du bist unser Gott' » — Os 14, 2-10
So spricht der Herr:
Kehre um, Israel, zu dem Herrn, deinem Gott;
denn du bist gestürzt durch deine Schuld.
Kehrt zum Herrn zurück
mit diesen Worten:
„Nimm alle Schuld hinweg und nimm das Gute an.
Anstatt von Stieren bringen wir dir als Opfer
die Worte unserer Lippen.
Da die Assyrer uns nicht retten können,
werden wir nicht mehr auf Pferde steigen,
und wir werden zum Werk unserer Hände nicht mehr sagen:
‚Du bist unser Gott‘,
denn nur von dir erfährt der Waise Erbarmen.“
Hier ist die Antwort des Herrn:
Ich will sie von ihrer Untreue heilen,
ich will sie aus freier Liebe lieben,
denn mein Zorn hat sich von Israel abgewandt.
Ich werde für Israel wie der Tau sein,
es wird blühen wie die Lilie,
seine Wurzeln werden sich ausstrecken wie die Bäume des Libanon.
Seine jungen Triebe werden wachsen,
seine Pracht wird wie die des Ölbaums sein,
sein Duft wie der des Waldes auf dem Libanon.
Sie werden zurückkehren, um unter seinem Schatten zu wohnen,
sie werden den Weizen wieder zum Leben erwecken,
sie werden blühen wie der Weinstock,
sie werden berühmt sein wie der Wein des Libanon.
Ephraim! Kannst du mich noch mit den Götzen verwechseln?
Ich bin es, der dir antwortet und auf dich achtet.
Ich bin wie eine immergrüne Zypresse,
ich gebe dir deine Frucht.
Wer ist weise genug,
dum diese Dinge zu verstehen,
verständig genug, um sie zu begreifen?
Ja, die Wege des Herrn sind gerade:
die Gerechten gehen darauf,
aber die Sünder straucheln darauf.
– Wort des Herrn.
Ps 50 (51), 3-4, 8-9, 12-13, 14.17
Erbarme dich meiner, Gott, nach deiner Güte,
nach deiner großen Barmherzigkeit tilge meine Schuld.
Wasche mich ganz rein von meiner Schuld,
reinige mich von meiner Sünde.
Doch du willst Wahrheit im Innersten;
im Verborgenen lehrst du mich Weisheit.
Entsündige mich mit Ysop, dann bin ich rein;
wasche mich, dann werde ich weißer als Schnee.
Erschaffe mir, o Gott, ein reines Herz,
erneuere und stärke meinen Geist in meinem Innern.
Verstoße mich nicht von deinem Angesicht,
nimm deinen heiligen Geist nicht von mir.
Gib mir wieder die Freude deines Heils,
ein williger Geist stütze mich.
Herr, öffne meine Lippen,
und mein Mund wird dein Lob verkünden.
« Nicht ihr werdet reden, sondern der Geist eures Vaters » — Mt 10, 16-23
In jener Zeit
sprach Jesus zu seinen Aposteln:
„Seht, ich sende euch
wie Schafe mitten unter die Wölfe.
Seid daher klug wie die Schlangen
und arglos wie die Tauben.
Hütet euch vor den Menschen:
sie werden euch vor die Gerichte bringen
und euch in ihren Synagogen geißeln.
Ihr werdet um meinetwillen vor Statthalter und Könige geführt werden:
so wird ihnen und den Heiden Zeugnis gegeben.
Wenn sie euch ausliefern,
sorgt euch nicht, wie
ihr reden oder was ihr sagen sollt:
was ihr dann sagen sollt,
wird euch in jener Stunde eingegeben werden.
Denn nicht ihr seid es, die reden,
sondern der Geist eures Vaters wird durch euch reden.
Der Bruder wird den Bruder dem Tod ausliefern
und der Vater das Kind;
und die Kinder werden sich gegen die Eltern erheben
und sie töten lassen.
Ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden;
wer aber bis zum Ende standhält,
der wird gerettet werden.
Wenn sie euch in einer Stadt verfolgen,
flieht in eine andere.
Amen, ich sage euch:
Ihr werdet mit den Städten Israels nicht zu Ende kommen,
bis der Menschensohn kommt.“
– Lob sei dir, Christus, Wort des lebendigen Gottes.
Liturgische Texte: © AELF — aelf.org