Der Heilige des Tages · 11. August
Hl. Klara von Assisi
GedenktagDienstag, 19. Woche im Jahreskreis
Liturgische Farbe : Weiß
Die heilige Klara von Assisi, auf Italienisch Chiara, wurde gegen Ende des 12. Jahrhunderts in Assisi geboren. Schon als junges Mädchen war sie tief vom Evangelium und dem Beispiel des heiligen Franziskus beeindruckt, weshalb sie sich für ein Leben der Armut und Ganzhingabe an Gott entschloss. Im Jahre 1212 verließ sie heimlich das Elternhaus und schloss sich Franziskus und seinen Brüdern an. Gemeinsam gründeten sie die Gemeinschaft der "Armen Frauen von San Damiano", die später als Klarissen bekannt wurde.
Klara lebte kompromisslos nach dem Evangelium: Sie strebte nach absoluter Armut, Demut und einem Leben im Gebet. Sie führte ihre Gemeinschaft fast vierzig Jahre lang und verfasste eine eigene Ordensregel, die im Mittelalter einzigartig war, weil sie absolute Besitzlosigkeit vorschrieb. Klara betonte besonders die tätige Liebe, das Gebet und das einfache Leben.
Historisch bedeutsam ist, dass Klara die erste Frau war, die eine von der Kirche anerkannte Ordensregel selbst verfasste. Sie starb 1253 in Assisi. Schon bald nach ihrem Tod wurde sie heiliggesprochen. Die Kirche ehrt sie als große Mystikerin und starke Frau des Glaubens, die den Geist der franziskanischen Bewegung maßgeblich geprägt hat. Ihr Gedenktag am 11. August erinnert an ihre bedingungslose Nachfolge Christi und ihr Zeugnis für eine Kirche, die vom Evangelium lebt.
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Der liturgische Tag
Lesungen der Messe
« Er ließ mich die Schriftrolle essen, und in meinem Mund war sie süß wie Honig » — Ez 2, 8 – 3, 4
Das Wort des Herrn erging an mich:
„Du, Menschensohn, höre, was ich dir sage!
Sei nicht widerspenstig
wie dieses Geschlecht von Rebellen.
Öffne deinen Mund,
und iss, was ich dir gebe.“
Da sah ich: eine Hand war zu mir ausgestreckt,
die eine Buchrolle hielt.
Sie rollte sie vor mir aus;
diese Rolle war innen und außen beschrieben,
und sie war gefüllt mit Klagen, Seufzern und Wehgeschrei.
Der Herr sprach zu mir:
„Menschensohn, iss, was du vor dir hast,
iss diese Rolle!
Dann geh! Sprich zum Haus Israel.“
Ich öffnete meinen Mund, und er ließ mich die Rolle essen,
und er sprach zu mir:
„Menschensohn, fülle deinen Bauch,
befriedige deine Eingeweide
mit dieser Rolle, die ich dir gebe.“
Ich aß sie,
und in meinem Mund war sie süß wie Honig.
Dann sprach er zu mir:
„Steh auf, Menschensohn!
Geh zum Haus Israel,
und sprich zu ihnen meine Worte.“
– Wort des Herrn.
Ps 118 (119), 14.24, 72.103, 111.131
Ich finde auf dem Weg deiner Gebote
mehr Freude als in allen Schätzen.
Ich habe meine Freude an deinen Geboten:
sie sind es, die mich beraten.
Mein Glück ist das Gesetz aus deinem Mund,
mehr als ein Haufen von Gold und Silber.
Wie süß ist deine Verheißung auf meinem Gaumen:
Honig ist weniger süß in meinem Mund!
Deine Gebote bleiben mein Erbe,
die Freude meines Herzens.
Mit weit geöffnetem Mund lechze ich,
durstig nach deinem Willen.
« Hütet euch davor, auch nur einen von diesen Kleinen zu verachten » — Mt 18, 1-5.10.12-14
In jener Zeit kamen die Jünger zu Jesus und fragten ihn:
„Wer ist denn der Größte
im Himmelreich?“
Da rief Jesus ein kleines Kind,
stellt es in ihre Mitte,
und sagte:
„Amen, ich sage euch:
wenn ihr nicht umkehrt
und wie die Kinder werdet,
werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.
Wer sich also so klein macht wie dieses Kind,
der ist der Größte im Himmelreich.
Und wer ein solches Kind in meinem Namen aufnimmt,
der nimmt mich auf.
Hütet euch davor, auch nur einen von diesen Kleinen zu verachten;
denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel
schauen stets das Angesicht meines Vaters im Himmel.
Was meint ihr?
Wenn ein Mann hundert Schafe besitzt
und eines von ihnen sich verirrt,
lässt er dann nicht die 99 anderen
auf den Bergen zurück,
um das verirrte Schaf zu suchen?
Und wenn es ihm gelingt, es zu finden,
amen, ich sage euch:
freut er sich über dieses eine mehr
als über die 99,
die sich nicht verirrt haben.
So will euer Vater im Himmel
nicht, dass auch nur eines von diesen Kleinen verloren geht.“
– Evangelium unseres Herrn Jesus Christus.
Liturgische Texte: © AELF — aelf.org