11. November
Hl. Martin von Tours
Mittwoch, 32. Woche im Jahreskreis — Jahr II
Der hl. Martin von Tours ist einer der bekanntesten Heiligen der Kirche und wird in ganz Europa besonders verehrt. Er wurde wahrscheinlich um 316 im heutigen Ungarn geboren und trat später dem römischen Heer bei, bevor er Christ wurde. Die berühmteste Legende über ihn erzählt, wie er als Soldat einem frierenden Bettler am Stadttor von Amiens seinen Mantel teilte – ein Symbol für christliche Nächstenliebe. Nach seiner Taufe verließ Martin das Militär und wurde Schüler des hl. Hilarius von Poitiers. Später zog er sich als Einsiedler zurück und gründete ein Kloster bei Ligugé, das als eines der ersten Klöster Galliens gilt.
Im Jahr 371 wurde er zum Bischof von Tours gewählt, obwohl er das Amt zunächst ablehnte, weil er ein einfaches Leben bevorzugte. Als Bischof wirkte Martin besonders eifrig bei der Verbreitung des Glaubens im ländlichen Galien, baute zahlreiche Kirchen und Klöster und war bekannt für seine Demut und seine Sorge um die Armen. Er starb um 397. Der heilige Martin ist ein Vorbild für Bescheidenheit, Barmherzigkeit und Sendungsbewusstsein. Die Verehrung des hl. Martin ist im Mittelalter bis heute lebendig, vor allem durch Martinsumzüge und Laternenfeste, die an sein Beispiel erinnern. Die Kirche feiert sein Gedächtnis am 11. November, um uns zur christlichen Nächstenliebe und Demut zu ermutigen.
Permanenter Link
Eine Frage zum Fest des Tages stellen
Fragen zu Hl. Martin von Tours (Novus Ordo Missae)
Der liturgische Tag
Lesungen der Messe
LesungTt 3, 1-7
Geliebter,
erinnere alle daran, dass sie sich den Regierenden und den Autoritäten unterordnen,
dass sie ihnen gehorchen
und bereit sein sollen, alles Gute zu tun;
dass sie niemanden beleidigen,
nicht gewalttätig, sondern freundlich sind,
und allen Menschen beständig Sanftmut zeigen.
Auch wir waren einst unverständig, ungehorsam,
verirrt, Sklaven mancherlei Begierden und Vergnügungen.
Wir lebten in Bosheit und Neid,
waren abscheulich und voll Hass gegeneinander.
Doch als Gott, unser Retter,
seine Güte und Menschenliebe offenbarte,
hat er uns gerettet,
nicht wegen der Gerechtigkeit unserer Taten,
sondern aus Barmherzigkeit.
Durch das Bad der Taufe hat er uns wiedergeboren
und durch den Heiligen Geist erneuert.
Diesen Geist hat Gott reichlich über uns ausgegossen,
durch Jesus Christus, unseren Retter,
damit wir durch seine Gnade gerecht gemacht werden
und Erben des ewigen Lebens werden in der Hoffnung.
– Wort des Herrn.
Psalm22 (23), 1-2a, 2b-3, 4, 5, 6
Der Herr ist mein Hirt;
ich habe keinen Mangel.
Auf grünen Wiesen lässt er mich lagern,
er gibt mir Ruhe.
Er führt mich zum Ruheplatz am Wasser
und schenkt mir neues Leben;
er leitet mich auf rechten Pfaden,
um seines Namens willen.
Auch wenn ich das finstere Tal durchschreite,
fürchte ich kein Unheil,
denn du bist bei mir,
dein Stock und dein Stab geben mir Zuversicht.
Du deckst mir den Tisch
vor den Augen meiner Feinde.
Du salbst mein Haupt mit Öl,
mein Kelch fließt über.
Güte und Barmherzigkeit werden mir folgen
alle Tage meines Lebens.
Und ich werde bleiben im Hause des Herrn
lange Zeit.
EvangeliumLc 17, 11-19
In jener Zeit
ging Jesus auf dem Weg nach Jerusalem
durch das Gebiet zwischen Samarien und Galiläa.
Als er in ein Dorf kam,
kamen ihm zehn Aussätzige entgegen.
Sie blieben in einiger Entfernung stehen
und riefen laut:
„Jesus, Meister,
erbarme dich unser.“
Als Jesus das sah, sagte er zu ihnen:
„Geht, zeigt euch den Priestern.“
Und während sie unterwegs waren, wurden sie rein.
Einer von ihnen, als er sah, dass er geheilt war,
kehrte um und pries Gott mit lauter Stimme.
Er warf sich vor Jesu Füße auf das Angesicht
und dankte ihm.
Und dieser war ein Samariter.
Da sagte Jesus:
„Sind nicht alle zehn rein geworden?
Wo sind die neun anderen?
Wurde denn nur dieser Fremde gefunden,
um umzukehren
und Gott die Ehre zu geben?“
Jesus sagte zu ihm:
„Steh auf und geh!
Dein Glaube hat dich gerettet.“
– Evangelium unseres Herrn Jesus Christus.
Liturgische Texte: © AELF — aelf.org