Der Heilige des Tages · 17. August
Ferialtag
WochentagLiturgische Farbe : Grün
In der katholischen Liturgie steht der Begriff 'Ferialtag' (frz.: 'de la férie') für einen Werktag ohne eigenes Hochfest, Gedenktag oder Fest. Der heutige Montag der 20. Woche im Jahreskreis ist ein solcher Ferialtag. An diesen Tagen konzentriert sich die Liturgie auf das fortlaufende Lesen der Heiligen Schrift und das tägliche Gebet. Die Texte der Messe und des Stundengebets stammen direkt aus dem Kirchenjahr und sind meist dem Tageslauf entnommen.
Ferialtage bilden das ruhige Rückgrat des liturgischen Kalenders, indem sie den Gläubigen die Möglichkeit geben, den Alltag im Licht des Glaubens zu gestalten. Sie erinnern daran, dass Heiligkeit nicht nur in außergewöhnlichen Momenten oder durch bekannte Heilige erreicht wird, sondern auch mitten im Alltag wachsen kann. Oft stehen an diesen Tagen die Evangelien oder alttestamentlichen Geschichten im Mittelpunkt, die zur christlichen Nachfolge und zum Vertrauen auf Gott im Alltag ermutigen.
Die Kirche feiert an Ferialtagen bewusst keinen bestimmten Heiligen, sondern lenkt die Aufmerksamkeit der Gläubigen auf das beständige geistliche Leben. Das einfache Grün der liturgischen Farbe symbolisiert dabei das Wachsen und Reifen im Glauben. So helfen diese Tage, den christlichen Alltag in Treue, Hoffnung und Liebe zu leben.
Eine Frage zum Fest des Tages stellen
Der liturgische Tag
Lesungen der Messe
"Ezechiel wird für euch ein Zeichen sein: Alles, was er getan hat, werdet ihr tun" — Ez 24, 15-24
Das Wort des Herrn erging an mich:
"Menschensohn, siehe, ich nehme dir plötzlich
die Freude deiner Augen.
Du sollst keine Klage halten, sollst nicht weinen
und deine Tränen nicht fließen lassen.
Seufze still, nimm keine Trauer an;
schlinge den Turban um deinen Kopf,
zieh deine Sandalen an, bedecke nicht deinen Bart,
und iss nicht das Trauermahl."
Am Morgen sprach ich noch zum Volk,
am Abend aber starb meine Frau.
Am nächsten Morgen tat ich, was mir befohlen war.
Die Leute sagten zu mir:
"Willst du uns nicht erklären, was du da tust?
Was bedeutet das für uns?"
Ich antwortete ihnen:
"Das Wort des Herrn ist an mich ergangen:
Sag zum Haus Israel:
So spricht Gott, der Herr:
Ich werde mein Heiligtum entweihen,
euren Stolz und eure Stärke,
die Freude eurer Augen,
die Leidenschaft eures Herzens.
Eure Söhne und Töchter, die ihr in Jerusalem zurückgelassen habt,
werden durchs Schwert fallen.
Dann werdet ihr tun, was ich getan habe:
ihr werdet euren Bart nicht bedecken,
ihr werdet nicht das Trauermahl einnehmen,
ihr werdet die Turbane tragen
und eure Sandalen anziehen.
Ihr werdet keine Klage halten,
ihr werdet nicht weinen.
Doch ihr werdet in euren Sünden dahinsiechen
und alle zusammen stöhnen.
Ezechiel wird für euch ein Zeichen sein:
Alles, was er getan hat, werdet ihr tun.
Und wenn dies geschieht,
werdet ihr erkennen, dass ich der Herr, Gott, bin."
— Wort des Herrn.
Dt 32, 18-19, 20, 21
Du verachtest den Felsen, der dich geboren hat;
den Gott, der dich gezeugt hat, vergisst du.
Der Herr sah es: er verwarf
seine Söhne und Töchter, die ihn erbittert haben.
Er sprach: "Ich will mein Angesicht vor ihnen verbergen
und sehen, was ihr Ende sein wird.
Ja, es ist ein verkehrtes Geschlecht,
Kinder ohne Treue.
"Sie haben mich eifersüchtig gemacht durch einen Gott, der kein Gott ist,
reizten mich mit nichtigen Götzen;
ich aber will sie eifersüchtig machen
durch ein Volk, das kein Volk ist,
sie reizen durch eine törichte Nation.
"Wenn du vollkommen sein willst, geh, verkaufe, was du hast, gib es den Armen, und du wirst einen Schatz im Himmel haben" — Mt 19, 16-22
In jener Zeit
näherte sich Jesus ein Mann und fragte ihn:
"Meister, was muss ich Gutes tun,
dum das ewige Leben zu haben?"
Jesus antwortete ihm:
"Warum fragst du mich nach dem Guten?
Der Gute, das ist nur Gott!
Willst du aber das Leben erlangen,
so halte die Gebote."
Jener fragte ihn:
"Welche?"
Jesus antwortete:
"Du sollst nicht töten.
Du sollst nicht die Ehe brechen.
Du sollst nicht stehlen.
Du sollst nicht falsch aussagen.
Ehre deinen Vater und deine Mutter.
Und ferner:
Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst."
Der junge Mann sagte zu ihm:
"Das alles habe ich gehalten:
was fehlt mir noch?"
Jesus antwortete ihm:
"Wenn du vollkommen sein willst,
geh, verkaufe, was du hast,
gib es den Armen,
und du wirst einen Schatz im Himmel haben.
Dann komm und folge mir nach."
Als der junge Mann das hörte, ging er traurig weg,
den er besaß viele Güter.
— Lob sei dir, o Christus, Evangelium unseres Herrn.
Liturgische Texte: © AELF — aelf.org