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6. Oktober

Liturgische Farbe : Grün

Hl. Bruno

Nicht gebotener Gedenktag

Dienstag, 27. Woche im Jahreskreis — Jahr II


Der heilige Bruno von Köln wurde um das Jahr 1030 geboren und zählt zu den bedeutendsten Gestalten des mittelalterlichen monastischen Lebens. Nach einer ausgezeichneten Ausbildung in Köln und Reims wirkte er als angesehener Gelehrter und Lehrer, bevor er sich immer mehr nach einem Leben der Stille und Zurückgezogenheit sehnte. Im Jahr 1084 gründete Bruno gemeinsam mit anderen Brüdern die Kartause von Chartreuse bei Grenoble, aus der der Kartäuserorden entstand. Die besondere Spiritualiät dieses Ordens zeichnet sich durch eine Kombination aus strengem Einsiedlerleben und gemeinschaftlichem Gebet aus. Bruno betonte die Kontemplation, das Schweigen und das persönliche Gebet, wodurch er einen einzigartigen Akzent im mönchischen Ideal setzte. Obwohl der Kartäuserorden stets klein blieb und Bruno selbst keine umfangreichen Schriften verfasste, üben sein Beispiel und seine Spiritualität bis heute eine tiefe Faszination aus.

Bruno musste später auf Wunsch von Papst Urban II., einem seiner ehemaligen Schüler, nach Rom kommen und stand dem Papst beratend zur Seite. Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte er zurückgezogen in Süditalien, wo er eine weitere Kartause gründete. Die Kirche ehrt den Hl. Bruno als Vorbild der Kontemplation und der Sehnsucht nach Gott in der Stille. Sein Gedenktag richtet sich vor allem an jene, die in zurückgezogenem und betendem Leben Gott suchen, er erinnert aber auch alle Christen daran, im Alltag stille und aufmerksame Räume für Gott zu schaffen.

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Der liturgische Tag

Lesungen der Messe

LesungGa 1, 13-24

Brüder,
    ihr habt gehört,
wie ich mich einst im Judentum verhalten habe:
Ich habe die Kirche Gottes maßlos verfolgt
und suchte, sie zu vernichten.
    Im Judentum war ich
weiter als die meisten meiner Altersgenossen aus meinem Volk,
und ich war eifriger
in der Bewahrung der Überlieferungen meiner Väter.
    Doch Gott hatte mich schon im Mutterleib auserwählt;
aus Gnade hat er mich berufen;
und er hat es für gut befunden,
    in mir seinen Sohn zu offenbaren,
damit ich ihn unter den Heiden verkünde.
Sofort, ohne mit jemandem Rücksprache zu halten,
    und ohne nach Jerusalem hinaufzugehen,
um die zu treffen, die schon vor mir Apostel waren,
reiste ich nach Arabien
und kehrte von dort nach Damaskus zurück.
    Dann, drei Jahre später,
ging ich nach Jerusalem,
um Petrus kennenzulernen,
und ich blieb fünfzehn Tage bei ihm.
    Keinen der anderen Apostel
habe ich gesehen,
ausgenommen Jakobus, den Bruder des Herrn.
    Was ich euch schreibe,
– das erkläre ich vor Gott –
ich lüge nicht.
    Danach ging ich in die Gegenden von Syrien und Kilikien.
    Die Gemeinden in Judäa, die in Christus sind,
kannten mein Gesicht nicht;
    sie hatten nur gehört:
„Der, der uns früher verfolgte,
verkündet jetzt den Glauben,
den er einst zu vernichten suchte.“
    Und sie priesen Gott meinetwegen.

            – Wort des Herrn.

PsalmPs 138 (139), 1-3, 13-14ab, 14cd-15

Du erforschst mich, Herr, und du kennst mich!
Du weißt, ob ich sitze oder stehe;
von ferne erkennst du meine Gedanken.
Ob ich gehe oder ruhe, du siehst es,
alle meine Wege sind dir vertraut.

Du hast meine Nieren erschaffen,
mich gewoben im Schoß meiner Mutter.
Ich erkenne staunend das Wunder,
das erstaunliche Wesen, das ich bin.

Wunderbar sind deine Werke, das weiß meine Seele wohl.
Meine Gebeine waren dir nicht verborgen,
als ich im Verborgenen geformt wurde,
gestaltet in den Tiefen der Erde.

EvangeliumLc 10, 38-42

In jener Zeit
    kam Jesus in ein Dorf.
Eine Frau namens Marta nahm ihn bei sich auf.
    Sie hatte eine Schwester, die Maria hieß,
die sich zu den Füßen des Herrn niedersetzte
und seinen Worten lauschte.
    Marta aber war ganz davon in Anspruch genommen,
viele Dinge zu bedienen.
Sie trat hinzu und sagte:
„Herr, kümmert es dich nicht,
dass meine Schwester mich allein dienen lässt?
Sag ihr doch, dass sie mir hilft.“
    Der Herr aber antwortete ihr:
„Marta, Marta,
du machst dir viele Sorgen und Unruhe
um vieles.
    Nur eines ist notwendig.
Maria hat den besseren Teil gewählt,
der wird ihr nicht genommen werden.“

            – Evangelium unseres Herrn Jesus Christus.

Liturgische Texte: © AELF — aelf.org

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