Der Heilige des Tages · 9. August
19. Sonntag im Jahreskreis
19ème dimanche du Temps Ordinaire (semaine III du Psautier)
Liturgische Farbe : Grün
Der 19. Sonntag im Jahreskreis ist Teil des liturgischen Kalenders der katholischen Kirche und fällt in die sogenannte „Zeit im Jahreskreis“. Diese Zeit lädt dazu ein, das Wirken Jesu im Alltag nachzuvollziehen und seine Lehre auf das eigene Leben zu beziehen. Die liturgischen Lesungen an diesem Sonntag – im Lesejahr B hauptsächlich aus dem Alten und Neuen Testament – thematisieren häufig Gottes Gegenwart im scheinbar Gewöhnlichen und die Einladung, trotz aller Sorgen zu vertrauen.
Die Evangelienberichte aus dieser Zeit drehen sich oft um die herausfordernden und zugleich ermutigenden Worte Jesu an seine Jünger und an uns. Jesus begegnet den Menschen in ihren alltäglichen Bedürfnissen, aber auch in ihren Zweifeln und Ängsten. Die Botschaft dieses Sonntags ruft dazu auf, Gott im eigenen Leben Raum zu geben – selbst wenn seine Gegenwart nicht immer sichtbar oder spürbar ist. Die liturgische Farbe Grün symbolisiert Hoffnung und Wachstum, was Ausdruck der geistlichen Entwicklung und des Vertrauens auf Gottes Führung im Alltag ist.
Der 19. Sonntag im Jahreskreis erinnert daran, dass das Christsein vor allem ein Leben in ständiger Beziehung zu Gott bedeutet. Die Kirche lädt die Gläubigen an diesem Tag ein, sowohl im persönlichen Gebet als auch in der Eucharistie den Glauben zu erneuern und mit Zuversicht in die kommende Woche zu gehen.
Eine Frage zum Fest des Tages stellen
Der liturgische Tag
Lesungen der Messe
„Stell dich auf den Berg vor den Herrn“ — 1 R 19, 9a.11-13a
In jenen Tagen,
als der Prophet Elija am Horeb, dem Gottesberg, angekommen war,
ging er in eine Höhle
und verbrachte dort die Nacht.
Der Herr sprach:
„Tritt hinaus und stell dich auf den Berg vor den Herrn,
denn der Herr wird vorübergehen.“
Als der Herr vorüberging,
gab es einen Sturm, so stark und gewaltig,
dass er die Berge zerriss und die Felsen zerbrach,
aber der Herr war nicht im Sturm;
nach dem Sturm folgte ein Erdbeben,
aber der Herr war nicht im Erdbeben;
und nach dem Erdbeben kam ein Feuer,
aber der Herr war nicht im Feuer;
und nach dem Feuer das sanfte Säuseln eines leisen Windes.
Als Elija es hörte,
bedeckte er sein Gesicht mit seinem Mantel,
trat hinaus und stellte sich an den Eingang der Höhle.
– Wort des Herrn.
Ps 84 (85), 9ab-10, 11-12, 13-14
Ich will hören, was Gott, der Herr, redet.
Er verkündet Frieden seinem Volk und seinen Frommen.
Sein Heil ist nahe denen, die ihn fürchten,
und seine Herrlichkeit wohne in unserm Land.
Liebe und Wahrheit begegnen einander,
Gerechtigkeit und Friede küssen sich.
Die Wahrheit sprosst aus der Erde hervor,
und Gerechtigkeit schaut vom Himmel herab.
Der Herr gibt Gutes,
und unser Land gibt seinen Ertrag.
Gerechtigkeit geht vor ihm her,
und Heil folgt der Spur seiner Schritte.
„Für die Juden, meine Brüder, wünschte ich, verflucht zu sein“ — Rm 9, 1-5
Brüder,
ich sage die Wahrheit in Christus,
ich lüge nicht,
mein Gewissen bezeugt es mir im Heiligen Geist:
ich habe im Herzen großen Schmerz,
eine ständige Traurigkeit.
Ich selbst, für die Juden, meine Brüder im Fleisch,
wünschte ich, verflucht zu sein, von Christus getrennt zu werden:
Sie sind nämlich Israeliten,
sie haben die Kindschaft, die Herrlichkeit, die Bündnisse,
das Gesetz, den Gottesdienst, die Verheißungen Gottes;
sie haben die Väter,
und aus ihrem Geschlecht stammt Christus,
er, der über allem steht,
Gott, gepriesen in Ewigkeit. Amen.
– Wort des Herrn.
„Befiehl mir, auf dem Wasser zu dir zu kommen“ — Mt 14, 22-33
Gleich nachdem er die Menge in der Wüste gespeist hatte,
drängte Jesus die Jünger, ins Boot zu steigen
und ihm an das andere Ufer vorauszufahren,
während er die Leute verabschiedete.
Nachdem er sie fortgeschickt hatte,
ging er auf den Berg, um für sich allein zu beten.
Als es Abend wurde, war er allein dort.
Das Boot war aber schon viele Stadien vom Land entfernt,
wurde von den Wellen hin und her geworfen,
denn der Wind stand entgegen.
In der vierten Nachtwache kam Jesus zu ihnen,
indem er auf dem See ging.
Als die Jünger ihn auf dem See gehen sahen,
waren sie erschrocken.
Sie sagten:
„Ein Gespenst!“
Voll Angst schrien sie auf.
Doch sogleich sprach Jesus zu ihnen:
„Habt Vertrauen! Ich bin es; fürchtet euch nicht!“
Da antwortete Petrus:
„Herr, wenn du es bist,
dann befiehl mir, auf dem Wasser zu dir zu kommen.“
Jesus sagte:
„Komm!“
Da stieg Petrus aus dem Boot
und ging über das Wasser auf Jesus zu.
Als er aber den starken Wind sah, bekam er Angst
und begann zu sinken. Er schrie:
„Herr, rette mich!“
Sogleich streckte Jesus die Hand aus, ergriff ihn
und sagte zu ihm:
„Du Kleingläubiger,
warum hast du gezweifelt?“
Und als sie ins Boot gestiegen waren,
legte sich der Wind.
Die aber im Boot waren,
fielen vor ihm nieder und sagten:
„Wahrhaftig, du bist Gottes Sohn!“
– Evangelium unseres Herrn Jesus Christus.
Liturgische Texte: © AELF — aelf.org